0Z7A4527

Frettchen – Haltung, Ernährung und Pflege

Haltung und Pflege

Zuerst sei gesagt: Frettchen sind keine Einzelgänger! Daher ist es sehr wichtig sie mindestens zu zweit zu halten. Sie brauchen viel Platz zum rennen, toben, raufen und buddeln. Ein eigenes Frettchenzimmer ist daher vermutlich die Ideallösung.

Eine Haltung in der ganzen Wohnung ist ebenfalls möglich, die Kleinen lassen sich sehr gut zur Stubenreinheit erziehen. Wichtig ist, eine Katzentoilette in der Nähe des Schlafplatzes aufzustellen, denn weite Wege nach dem Wachwerden mit voller Blase sind nicht nach Frettchens Geschmack. Es ist eine Herausforderung, die Wohnung frettchensicher zu machen, da die Räuber wirklich in kleinste Ritzen schlüpfen und auch wahre Kletterkünstler sind. Außerdem bunkern sie gelegentlich Futter an den unmöglichsten Orten. Aber es ist möglich. Wichtig ist Löcher zu verstopfen, in die die Frettchen reinschlüpfen und steckenbleiben könnten und Fensterbänke entweder unerreichbar zu machen, oder die Fenster geschlossen zu halten. Besonders gefährlich sind hierbei Kippfenster! Die Tiere machen sich lang um durch die Öffnung zu passen, rutschen runter und quetschen sich ein. Das gleiche gilt übrigens auch für Katzen!

Eine weitere Möglichkeit ist Käfighaltung mit täglichem Freilauf unter Aufsicht. Die Käfige, die im Handel angeboten werden reichen dafür nicht aus. Besser ist ein Selbstbau. Ein alter Kleiderschrank eignet sich sehr gut zum Umbau. Mit etwas Kreativität und einigen Metern Drainageröhren aus dem Baumarkt lassen sich so wahre Frettchenparadiese erschaffen. Der tägliche Freilauf ist dennoch wichtig, genauso wie das gemeinsame Spielen und Schmusen. Je mehr man sich mit seinen Frettchen beschäftigt, desto enger ist die Bindung.

Eine Außenhaltung ist ebenfalls möglich, hierbei gibt es aber auch einiges zu beachten. Das Gehege muss natürlich groß genug sein (mindestens 6 m² für 2 Frettchen) und genügend Schlaf- und Spielgelegenheiten bieten. Außerdem muss unbedingt ein Teil überdacht sein, da Frettchen sehr temperaturempfindlich sind und im Sommer ein Schattenplätzchen brauchen. Umgekehrt muss im Winter ein gut isoliertes Schlafhaus zur Verfügung stehen, damit eine Unterkühlung ausgeschlossen werden kann (Manche Frettchenhalter heizen ihre Außengehege bei gewissen Temperaturen sogar).
Frettchen buddeln und klettern, deshalb sollte das Gehege von allen Seiten ausbruchsicher sein.

Frettchen haben scharfe Krallen, die sie sich jedoch meist nicht richtig abwetzen können und die deshalb regelmäßig geschnitten werden müssen, entweder zuhause oder beim Tierarzt. Außerdem sollte man die Ohren und die Zähne häufig kontrollieren. Das Fell der Kurzhaar oder Halblanghaarfrettchen ist relativ pflegeleicht, sollte aber trotzdem wöchentlich mit einer weichen Bürste gebürstet werden um abgestorbene Haare zu entfernen. Bei Langhaarfrettchen empfiehlt sich die tägliche Fellpflege.

Geruch

Bei kaum einem anderen Haustier ist der Geruch so ein großes Thema wie bei den Frettchen. Frettchen riechen, ja! Sie riechen nach Wildtier, moschusartig, nach Honig, nach verbranntem Kabel, und und und… Jeder empfindet den Geruch etwas anders. Ein unkastriertes Frettchen riecht sehr stark, ein kastriertes dagegen kaum noch. Lediglich wenn eine „Stinkbombe“ gezündet wird, wird’s nochmal heftig. Das passiert allerdings nur gelegentlich, wenn das Frettchen sich erschrickt, es kampfbereit ist, oder sehr sehr entspannt. Dann sondert es ein intensiv riechendes Sekret aus seinen Analdrüsen ab.

Ernährung

Frettchen sind Fleischfresser! Die kleinen Räuber stammen vom Iltis ab und der ernährt sich in freier Wildbahn hauptsächlich von Fröschen, Nagetieren, Vögeln und Fischen. Der Dickdarm des Frettchens ist sehr kurz und es fehlt der Blinddarm, die aufgenommene Nahrung hat den Verdauungstrakt in circa 3-4 Stunden komplett durchlaufen, weshalb dem Organismus nicht viel Zeit bleibt, Nährstoffe aufzunehmen. Es empfiehlt sich eine Ernährung aus mindestens 80 % tierischem Protein und höchstens 20 % pflanzlichem. Im Handel erhältliches Frettchenfutter erfüllt diese Kriterien. Auch kann man eine Ernährung mit Frischfleisch oder ganzen Futtertieren (tot) gut durchführen. Zur Erziehung als Leckerli haben sich Pasten bewährt (Malzpaste zum Beispiel).