Bissig
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Der Tierarztbesuch

Ob zur jährlichen Impfung mit kompletter klinischer Untersuchung oder im akuten Krankheitsfall – ab und zu kommt Ihr Liebling um den Besuch beim Tierarzt nicht herum.

In der Zusammenarbeit mit Hundeschulen wollen wir schon Welpen und Ihren Besitzern das „entspannte“ Verhalten im Behandlungsraum erklären und Übungen für zuhause mit an die Hand geben. Aber nicht nur Hunde, auch Katzen oder Frettchen können von klein auf daran gewöhnt werden, dass man ins Maul und in die Ohren schaut, sie auf die Seite und den Rücken dreht (wichtig, das auch auf dem Tisch und nicht nur auf dem Boden zu üben). In der gewohnten Umgebung und mit dem ein oder anderen Leckerchen empfinden die Tiere das Ganze schnell als Spielerei und machen mit. Ist die Angst, gerade bei Hunden, schon zu groß oder hat das Tier in der Vergangenheit bereits aggressiv reagiert, ist es ratsam zu Hause das Aufsetzen eines Maulkorbes zu trainieren. Auch hier ist wieder ganz viel positive Bestätigung wichtig. Dieses Training kann auch bei „Staubsaugern“ (Hunde, die draußen alles aufnehmen und fressen wollen) wichtig sein, zum Schutz des eigenen Lebens. Denn so kann verhindert werden, dass Steine, Kerne, Walnüsse oder sogar Gift gefressen wird.

Die Transportboxen für kleinere Tiere sollten nicht im Keller gelagert werden sondern am besten offen in der Wohnung stehen. Katzen z.B. wählen sie dann oft als Ruheplatz. Dann ist es in der Regel kein Problem, die Tiere dort hinein zu setzen, wenn ein Tierarztbesuch ansteht. Das Mitnehmen im Auto sollte ebenfalls bereits früh trainiert werden. Gerade mit Katzen wird das ja nie gemacht und so ist die Fahrt zum Tierarzt immer eine neue Aufregung. Deshalb auch hier 1x pro Woche einpacken, eine Runde um den Block und wieder heim zum Fressen. Ich habe auch schon Katzen gehabt, die mit ihren Besitzern im Wohnmobil unterwegs sind und das toll finden – alles eben eine Frage der Gewohnheit.

Auch kleine Heimtiere, wie Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster, sollten – bei aller Diskussion über artgerechte Haltung – wenigstens einmal täglich hochgenommen und angeschaut werden. So können sie sich gut an den Umgang mit dem Menschen gewöhnen und der Stresspegel ist dann letztlich bei der Untersuchung in der Tierarztpraxis nicht mehr so hoch. Krankheitszeichen fallen dem Besitzer außerdem schneller auf. Eine zusätzliche regelmäßige Gewichtskontrolle, etwa einmal in der Woche, ist bei diesen Tieren sehr wichtig.

Hunde sollten vor dem Tierarztbesuch gut bewegt werden und ihr Geschäft erledigt haben. Hat das Tier Durchfall oder Probleme beim Urinabsatz, gleich eine Probe mitbringen. Eine Suppenkelle kann beim „Urineinfangen“ gute Dienste leisten und eine Plastikschale mit Deckel für den Transport von Kot und Urin.

In der Praxis werden Hunde am Besten über eine kurze Leine am Halsband oder Geschirr geführt. Meist sind noch andere Tiere auf dem Weg ins Wartezimmer oder sitzen schon dort. Ist der Hund mit anderen Tieren nicht verträglich, empfiehlt es sich ihn vorerst im Auto sitzen zu lassen und erst dann heraus zu holen, wenn die Untersuchung beginnen kann. Hierfür haben wir auch einen „Hintereingang“, damit es zu keiner unschönen Situation kommt und auch der Stresslevel nicht unnötig erhöht wird.

Transportboxen für Katzen und kleinere Tiere sollten leicht zu säubern sein und einen abnehmbaren Deckel haben. Mit einem Sichtschutz (Handtuch, Decke) sind die Tiere dann auch vor neugierigen Blicken und Nasen geschützt. Auf den Boden kann ein Handtuch oder eine Krankenunterlage gelegt werden, falls unterwegs doch mal die Blase drückt. Flechtkörbe sehen zwar schöner aus, eignen sich aus hygienischen und praktischen Gründen eher nicht.

Kleine Heimtiere wie Kaninchen und Meerschweinchen sollten auch beim Transport immer etwas Futter (Heu, Frischfutter) zur Verfügung stehen, Wasser ist in der Regel nicht notwendig und könnte im Notfall auch hier in der Praxis angefordert werden.

Vögel bringt man am Besten in einer mit einem Handtuch abgedeckten Kartonbox zum Tierarzt. Wenn der Käfig groß genug ist kann diese dann zur Sicherheit auch im Käfig transportiert werden. Hiermit kann ich direkt von oben auf den Vogel zugreifen, dieser hat es dunkel und ist nicht sofort im Stressmodus. Im (großen) Käfig gebrachte Tiere müssen dann erst gefangen werden und das bedeutet immer großen Stress mit Angst und Panik für den Vogel. In den Karton unten ein frisches Küchentuch legen, damit man eventuelle Kot- und Urinproben gleich betrachten kann.

Auch wenn ein neues Familienmitglied ins Haus kommt, empfiehlt es sich beim Tierarzt vorbei zu schauen. Gerade Hundewelpen verlieren schnell die Angst vor Dingen und Orten, die sie früh kennen lernen. So kann der Hund ohne Schmerzen, Übelkeit oder Spritzen die tollen Gerüche in der Praxis und die Waage kennenlernen.

Im Falle eines Notfalles sollte der Tierarzt zunächst telefonisch folgende Informationen erhalten: Seit wann geht es dem Tier schlecht? Wie sehen die Symptome aus? Blutet das Tier? Wie stark ist die Blutung? Hat das Tier Schmerzen? Ist das Tier ansprechbar? Hat es etwas Giftiges oder Medikamente gefressen? Hier sollte, wenn möglich die Packung mitgebracht werden. Ein Erbrechen auszulösen mittels Injektion ist in der Regel nur innerhalb der ersten 30 Minuten nach Aufnahme sinnvoll. Nach einem Unfall sollte das Tier so wenig wie möglich bewegt werden. Am besten eignet sich eine große Decke. Ist der Verdacht eines Hitzschlages vorhanden auf jeden Fall mit nassem Lappen bedecken und damit kühlen. Blutungen mit sauberen Tüchern oder Kompressen aus dem Auto-Erste-Hilfe-Kasten abdrücken. In der Praxis kann dann die weitere medizinische Versorgung umgehend erfolgen.

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